Wie gegenseitige Faszination entsteht

Wie gegenseitige Faszination entsteht

 

Wenn Du Dich an Situationen erinnerst in denen Du Dich verliebt hattest, wird Dir oft in Erinnerung geblieben sein dass der potentielle Partner über Eigenschaften und Fähigkeiten verfügte die Dir besonders attraktiv erschienen.

Meist handelte es sich bei diesen Eigenschaften um Eigenschaften welche bei einem selber nicht so ausgeprägt vorhanden waren. Da war der Partner kontaktfreudiger oder musikalischer oder systematischer oder spontaner oder realistischer oder auch emotiomaler als man selbst. Und es war ein geradezu befreiendes Gefühl einen Menschen mit diesen Gaben für sich gewinnen zu können.

Schauen wir uns dazu doch einmal die folgenden Grafik an: Psychologie der gegenseitigen Faszination und des verliebens 1

Hierbei steht die rote Linie für die Ausprägung von Persönlichkeitsmerkmalen des einen Partners. (je weiter die Linie nach aussen reicht, umso ausgeprägter ist dieses Persönlichkeitsmerkmal bei ihm) Die blaue Linie zeigt die Ausprägung des anderen Partners.

Bemerkenswert dabei ist, dass viele Persönlichkeitsmerkmale im Widerstreit zueinander stehen:

Ein Mensch mit ausgeprägtem Einfühlungsvermögen hat aufgrund seiner Wahrnehmungsfähigkeit der „Gegnerischen Position“ deutlich grössere Schwierigkeiten Maximalforderungen zu stellen und diese dann auch durchzusetzen. Ein Mensch mit weniger ausgeprägtem Einfühlvermögen hat es beim Durchsetzen viel leichter. Nicht weil er den Anderen absichtlich überrennt, sondern weil er die Bedürfnisse des Gegenübers erst gar nicht wahrnimmt.

Auch bei „Stukturiert vorgehend“ und „Flexibel abenteuerlustig“ haben wir es mit Merkmalen zu tun, die im Widerstreit zueinander stehen.
Ein Mensch der abenteuerlustig und flexibel ist (also spontan auf Ereignisse reagieren will und kann) wird gleichzeitig grosse Schwierigkeiten dabei haben, bei stupiden Arbeiten bei der Sache zu bleiben und sich nicht ablenken zu lassen. Ein strukturiert vorgehender Mensch möchte dagegen planvoll und systematisch vorgehen.(und mag deshalb Ablenkung und Störungen uberhaupt nicht)

Ein Mensch der Extrovertiert ist, also kontaktfreudig auf Menschen zugeht zieht aus diesen Kontakten Kraft und Selbstbestätigung. Oft haben diese Menschen aber besondere Schwierigkeiten wenn sie alleine sein müssen. Introvertierte Menschen können wesentlich besser mit sich alleine zurechtkommen, für sich alleine sein gibt ihnen Energie zurück. Oft ist auch die Bereitschaft sich auf einen bestimmten Menschen intensiv(er) einzulassen ausgeprägter als dieses bei Extrovertierten der Fall ist.

Bei rational handelnden Menschen hat die “ menschliche Komponente“ bei Entscheidungen recht wenig Gewicht, Entscheidungen können rational nachvollziehbar sein aber herzlos wirken. Emotionale Menschen werden zwischenmenschliche Aspekte zur Grundlage ihrer Entscheidungen machen, menschlich wirken, aber wenig rational nachvollziebar handeln.

Viele der genannten Persönlichkeitsmerkmale haben – je nach Situation – also positive als auch negative Aspekte in sich vereint.

In einer Partnerschaft können beide Partner von der Persönlichkeit des Anderen profitieren wenn beiden diese Zusammenhänge bekannt sind und sie die Ausprägung der Persönlichkeit des Anderen akzeptieren.
Bei gegenseitiger Akzeptanz werden sich dann die Begabungen und Fähigkeiten ergänzen und aufaddieren.

Psychologie der gegenseitigen Faszination und des verliebens 2

In der Grafik haben wir einmal die Bereiche, die die einzelnen Partner als „Zugewinn“ in die Partnerschaft einbringen können farbig hinterlegt. So könnte aus einer Partnerschaft eine grosse, (fast) „Runde Sache“ werden…

Wie gegenseitige Faszination zerbricht

Wenn da nicht die (oft auch unbewussten) Bestrebungen da wären den Partner ändern oder noch deutlicher gesagt: Sich angleichen zu wollen…

Zuerst einmal ganz davon abgesehen ob man dem Partner nicht dadurch zu verstehen gibt „Das er so nicht in Ordnung ist“, was wäre denn wenn die Änderungsversuche „Erfolg“ hätten?

Es käme wohl ein recht trauriger Rest an Fähigkeiten dabei heraus:

Psychologie der gegenseitigen Faszination und des verliebens 3

Und das ist dann der Zeitpunkt bei dem sich Partner aus der Partnerschaft lösen, beschädigt in ihrem Selbstwertgefühl und ihrer Einzigartigkeit.

Wenn Du selber so angenommem und geliebt werden willst wie Du selber bist und eine dauerhafte, wertschätzende und liebevolle Partnerschaft erleben möchtest, wirst Du nicht umhinkommen
– entweder Deinen Partner in seinen Grundzügen so anzunehmen wie er ist
– oder Du wirst Dir einen anderen Partner suchen müssen.