Alle 11 Minuten…

Alle 11 Minuten verliebt sich ein Single über…

Nehmen wir diese Zahlen doch einmal beim Wort;

Zum Verlieben gehören zwei. Nicht jedes verlieben wird erwidert. Dass passiert, ausgesprochen optimistisch gesehen, vielleicht bei 50% der Verliebten.

Der Betreiber, der diese Werbeaussage gemacht hat, hat 4,5 Mio Mitglieder
Das Jahr hat 52660 Minuten.

Wenn sich alle 11 Minuten ein Single verliebt, dann brauchen 2 Singles 22 Minuten. Wenn in nur 50% der Fälle zurückgeliebt wird, dann klappt alle 44 Minuten eine gegenseitige (ver-) Liebesbeziehung.

52660 Minuten durch 44 Minuten je Pärchen = 11950 verliebte Pärchen im Jahr. Bei 4,5 Mio Mitgliedern wären das gerade einmal 0,53 % der Mitglieder, die innerhalb von einem Jahr (kurzfristig?) Erfolg haben.

Damit bräuchte ein Mitglied durchschnittlich 188 (*) Jahre um sich in einen Menschen zu verlieben der sich auch noch zurückverliebt.

(*) Sollte hier einen Denk- und / oder Rechenfehler drin stecken, bitte Nachricht an mich.

Diese Zahl von 188 Jahren dürfte deutlich schlechter sein als es tatsächlich der Fall ist. Aber selbst ein 100 mal besseres Ergebnis würde immer noch bedeuten dass man 1,8 Jahre braucht um sich dort zu verlieben- und auch zurückgeliebt wird..

Wer es sich jetzt einfach macht und zur Schelte über dem Betreiber ansetzt, lässt aber einen Aspekt vollkommen aussen vor:

Die minimale, fast nicht vorhandene Aktivität der Mitglieder. (für die der Betreiber wirklich nichts kann)

Als ich dieses Portal hier noch aktiv als Partnervermittlungsportal geschaltet hatte, waren rund 80% der Mitglieder nicht bereit selber den ersten Schritt in der Kontaktaufnahme zu tun. 4 von 5 Partnersuchenden hofften darauf dass jemand anderer das eigene Problem lösen würde.

Und diese Vorgehensweise scheint, wie man mit dem obigen Rechenbeispiel vermuten kann, typisch für Partnervermittlungsportale zu sein.

Und dabei bin ich mir sicher dass fast alle Mitglieder sagen würden, dass eine liebevolle Partnerschaft für ein zufriedenes Leben mindestens genauso wichtig ist wie eine erfüllende Berufstätigkeit.

Wenn man jetzt die Kraft / Zeit / das Durchhaltevermögen bei der Berufsausbildung einmal dem Engagement für die Partnersuche gegenüberstellt:

Ob es sich nicht lohnen würde an der Gewichtung der eigenen Aktivitäten etwas zu ändern?

Die Partnersuche ist ja für die meisten die erste Aufgabe im Leben, die sie oft ohne Anleitung, Hilfen und Vorgaben von außen selber umsetzen müssen.
Während man sich bei Schule, Studium und Berufsausbildung in vorgefertigte Bahnen begeben konnte, das eine oder andere mal auch unter Druck setzen lassen musste um in die Pötte zu kommen, fehlt hier fast immer die hilfreiche oder wegweisende Begleitung.

Und in der Phase in der man sich zur Partnersuche aufmacht weil einem emotionale Nähe fehlt, ist das Risiko abgewiesen oder nicht wahrgenommen zu werden ausgesprochen schmerzlich.

Dann kann ein Rückzug aus der aktiven Partnersuche schmerzvermindernd sein. Leider löst sich damit aber das Problem nicht. Sondern zieht die Einsamkeit schmerzhaft in die Länge.